Frauen sind von den verschiedenen Suchtformen unterschiedlich betroffen. Zum einen gibt es Suchterkrankungen, die bei Frauen und Mädchen besonders häufig sind, zum anderen leiden Frauen, wenn Suchterkrankungen bei ihren Männern und Kindern auftreten. Hier sehen Frauen oft ihre Aufgabe darin, nach außen hin das Bild der intakten Familie aufrechtzuerhalten und in der Familie zu helfen, zu trösten und zu beruhigen.
Für Betroffene von Suchterkrankungen (seien es die eigenen oder die von Angehörigen) gibt es ein breites Angebot an Beratungsmöglichkeiten. Das Verschweigen oder Beschönigen von Sucht (in der Hoffnung, die Sucht werde von selbst wieder vergehen) verstärkt diese noch mehr. Erst der Weg nach außen (Beratungsstelle, die Erkrankung nicht mehr verstecken zu wollen) bringt Mechanismen in Gang, die zu einer Lösung des Problems führen können.
Medikamentenmissbrauch:
Da Frauen häufig Beruhigungs-, Schlaf- oder Aufputschmittel verschrieben werden, ist hier die Gefahr einer Suchterkrankung groß. Medikamentensucht ist sehr unauffällig und kann über lange Zeit hinweg verschwiegen werden, wodurch sich das Suchtverhalten und die Hartnäckigkeit der Erkrankung verstärken.
Essprobleme (Magersucht/Bulimie/Adipositas):
Durch das gesellschaftliche Ideal der schlanken und perfekten Frau sind Mädchen und Frauen von Essproblemen weitaus mehr betroffen als Männer. Während Magersucht und Adipositas durch das exzessive Verweigern oder Aufnehmen von Nahrung leichter erkennbar sind, ist Bulimie (Ess-Brech-Sucht) unauffälliger, führt aber auf Dauer ebenfalls zu massiven körperlichen Erkrankungen.
Alkoholsucht:
Der Konsum von Alkohol wird gesellschaftlich akzeptiert, teilweise sogar gefördert. Alkoholismus stellt die häufigste Suchtform dar.
Nikotinsucht:
Im Gegensatz zum Alkoholkonsum ist die gesellschaftliche Akzeptanz des Rauchens im Sinken.
Drogensucht:
Neben den herkömmlichen illegalen Drogen (z.B. Heroin) gibt es immer wieder neue Drogen, die mit Modeströmungen (Musikrichtungen, Lebensstil) in Zusammenhang gebracht werden (z.B. Ecstasy).
Kaufsucht/Spielsucht/Risikosucht usw.:
Auch Verhaltensformen können Suchtcharakter annehmen. Hier erlangt die bzw. der Erkrankte Befriedigung, Erregung oder Ablenkung durch das Ausführen bestimmter Handlungen.
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Mittwoch, 16.02.2011

