Der medizinisch-fachliche Bereich wird durch praktische und Fachärztinnen bzw. -ärzte sowie Krankenhäuser etc. abgedeckt. Zusätzlich gibt es verschiedene Angebote für Patientinnen bzw. Patienten und ihre Angehörigen, wenn Fragen auftreten.
In der Geschichte der Medizin werden Frauen psychische Erkrankungen weitaus häufiger zugeschrieben als Männern. Auch körperliche Erkrankungen werden bei Frauen eher im Zusammenhang mit psychischen Auslösern gesehen. Aus diesen Gründen bekommen Frauen schneller Psychopharmaka verschrieben als Männer – neben der Gefahr der damit verbundenen Medikamentenabhängigkeit werden dadurch auch leichter körperliche Krankheitsauslöser übersehen.
Während in anderen Kulturen psychische Erkrankungen auch als Geschenk der Götter gesehen werden (durch die die Erkrankten z.B. übersinnliche Fähigkeiten entwickeln), sind sie in unserer Kultur negativ bewertet und daher in hohem Maße mit Furcht und Scham besetzt. So ist es für die meisten Menschen kein Problem, wegen körperlicher Be-schwerden eine Ärztin bzw. einen Arzt aufzusuchen, die Inanspruch-nahme psychotherapeutischer Behandlung auf Grund psychischer Probleme ist hingegen mit dem Gefühl der Schande und des Versagens besetzt. Auch aus diesem Grund werden oft Psychopharmaka einer Psychotherapie vorgezogen. Der mangelnde Informationsstand der Bevölkerung über die Behandlungsmöglichkeiten mittels Psychotherapie beschränkt die adäquate Hilfe.
Die Angst sich psychische Probleme einzugestehen kommt u.a. aus den gesellschaftlichen Zwängen, stets perfekt funktionieren zu müssen. Frauen sind von diesen Zwängen in hohem Maße betroffen und durch ihre Mehrfachbelastungen besonderem Druck ausgesetzt. Psychische Probleme, wie z.B. Angstzustände oder Depressionen sind in vielen Fällen das nur zu verständliche Resultat schwieriger Lebenssituationen und belastender Erlebnisse. Psychopharmaka können hier zwar die Stimmung positiv beeinflussen, die Ursachen für die Erkrankung aber nicht aufdecken und den Umgang mit ihr nicht verändern. In einer psychotherapeutischen Behandlung können Frauen z.B. lernen, ihren Ängsten zu begegnen, mit ihren Kräften besser Haus zu halten und ihr Leben förderlicher zu gestalten.
In Belastungssituationen und/oder psychischen Krisen (und nicht erst bei Selbstmordgefährdung) ist in jedem Fall fachliche Hilfe einzuholen.
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Mittwoch, 16.02.2011

